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Mission Gesundheit: Bewegungsmangel im hohen Alter braucht Lösungen und Fortschritte 

 

Körperliche Inaktivität – Die Folgen der Covid-19 Pandemie  

Die Folgen der drastischen Einschränkungen in der Corona-Pandemie machen renommierten Sport- und Präventionsexperten große Sorgen. Sowohl bei Kindern und Jugendlichen aber vor allem auch bei Erwachsenen scheint die körperliche Aktivität von intensiven Bewegungen auszubleiben und zeigt Besorgnis bei Forschern und Wissenschaftlern über deren Auswirkungen. 

Das Bewusstsein für Gesundheit, Bewegung und allgemeines Wohlbefinden ist anfangs von Covid-19 bei vielen Menschen mit hoher Euphorie positiv gestiegen. Der Faktor Zeit und auch die vorgegebenen Einschränkungen sorgten teilweise gezwungenermaßen für längere Spaziergänge im Freien, Outdoor-Aktivitäten und Fahrradtouren. Jedoch zeigen Umfragen, dass sich die gesundheitlichen Probleme von physischen als auch psychischen Symptomen verstärkt haben. Rund jeder vierte Deutsche (25 Prozent) führt auf sich während der Pandemie aufgrund von Home-Office und Schließung von öffentlichen Sportanlagen, Fitnessstudios, uvm. nicht ausreichend zu bewegen (Ipsos Global Advisor Studie). Laut einer sportwissenschaftlichen Studie der Uni Gießen geben 31 Prozent der Befragten an mit Beginn des Lockdowns das Sporttreiben stark reduziert oder komplett pausiert zu haben. Teilweise haben zwar leichte Bewegungsaktivitäten und Ausdauersport im Freien zugenommen, jedoch sind diese mit körperlicher Aktivität in Form von Training und Wettkämpfen nicht gleichzustellen. Jede sechste Person hat versucht mit Home-Workouts und Online-Angeboten aktiv zu bleiben. Nennenswerte Unterschiede zeigen sich hier nur bei den Älteren auf, die im Vergleich zu den Jüngeren während der Pandemie inaktiver geworden sind. Gründe waren unter anderem die Ängste der Infektionsgefahr, die fehlende Bereitschaft für was Neues, o.Ä. Des Weiteren wiesen die Erkenntnisse der Studie darauf hin, dass die Inaktivität bei den „Aussteigern“ während der Pandemie eine negative Stimmung zur Folge hat und von vermehrten negativen Emotionen berichtet wurde.  

Deutschland befindet sich somit nicht nur in einer Corona-Krise, sondern gleichzeitig in einer Bewegungsmangel-Krise, die laut Expertenwissen verheerende Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben könnte. Umfragen schon vor dem Lockdown zeigen, dass der Durchschnitt unserer Bevölkerung angibt, mehr als 6,5 Stunden pro Tag zu sitzen. Teilweise sogar bis zu 11,5 Stunden täglich. 56 Prozent der weiblichen Bevölkerung ist weniger als zweieinhalb Stunden pro Woche (WHO-Empfehlung) aktiv. Bei den Männern sind es sogar 65 Prozent mit hoher Inaktivität. Doch welche Folgen entstehen tatsächlich durch Bewegungsmangel? Und wie gesund sind die Menschen in Deutschland wirklich? 

Bewegungsmangel als Indikator von Volkskrankheiten  

Die körperliche Inaktivität hat hohe Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auf den Organismus und somit auf unsere gesamte Gesellschaft. Es ist mittlerweile das Gesundheitsrisiko Nr. 1 und wird als „Sitzen ist das neue Rauchen.“ bezeichnet.   

Die folgenden Zahlen zeigen das hohe Ausmaß der häufigsten Volkskrankheiten, die durch körperliche Inaktivität induziert und bestärkt werden: 

  • Koronare Herzkrankheit: Rund 6 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter der koronaren Herzerkrankung. Sie gilt als eine der häufigsten Todesursachen. 

  • Rückenschmerzen: Fast zwei Drittel der deutschen Bevölkerung gibt an im letzten Jahr mindestens einmal Rückenschmerzen gehabt zu haben. Davon litten 22,1 Millionen an einer Erkrankung der Wirbelsäule und des Rückens.   

  • Diabetes: 6,7 Millionen Menschen sind von Diabetes betroffen und es kommen fast jeden Tag 1.000 Neuerkrankte hinzu.  

  • Bluthochdruck: Schätzungsweise ein Drittel der Erwachsenen leidet an Bluthochdruck mit dem daraus folgenden erhöhten Risikofaktor von einer Herzkreislauf-Erkrankung oder Niereninsuffizienz betroffen zu sein.  

  • Adipositas (Übergewicht): Mehr als die Hälfte (>50%) der Frauen leidet an Übergewicht. Bei den Männern sind es sogar zwei Drittel (>66%). Sehr übergewichtig mit hohem Gesundheitsrisiko wird als adipös bezeichnet und ca. ein Viertel (25%) der Gesamtbevölkerung leidet unter Adipositas.  

  • Krebs: Die Zunahme von neudiagnostizierten Krebserkrankungen liegt bei über 500.000 Patient:innen pro Jahr. Rund 1,7 Millionen Menschen leben mit einer Krebserkrankung, die in den letzten 5 Jahren diagnostiziert wurde.   

  • Arteriosklerose (Gefäßverkalkung): Ca. 4 Millionen Menschen leiden an der chronischen Durchblutungsstörung, doch nur bei jedem Dritten in Deutschland wird diese Erkrankung diagnostiziert.  

Neben der steigenden Anzahl von Zivilisationskrankheiten wächst auch die Anzahl der älteren Generationen. Welche Auswirkungen haben die Volkskrankheiten in Verbindung zum demografischen Wandel? 

Demografischer Wandel – Gesund alt werden 

Die anhaltenden niedrigen Geburtenraten und der weitere Anstieg der Lebenserwartung mit verringerter Sterblichkeit im hohen Alter sorgt für die Verschiebung der Altersstruktur zugunsten der älteren Bevölkerung. Jede zweite Person in Deutschland ist älter als 45 Jahre und jede fünfte Person im Pensionsalter (über 66 Jahre).  Laut steigender Prognose wird in den nächsten Jahren die Gesamtbevölkerung zu einem Drittel aus dem Anteil der Älteren (+65 Jahre) anwachsen. Deutschland befindet sich mitten im demografischen Wandel und steht systematisch vor neuen Herausforderungen. Doch wenn die Bevölkerung immer älter wird, wird sie dadurch auch automatisch immer kränker? Das Alter ist vom Altern zu trennen. Altern ist ein individueller Veränderungsprozess über die gesamte Lebensspanne eines Menschen. Manche Menschen altern biologisch schneller, andere eher langsamer. Doch die Unterscheidung zwischen Altern und Krankheit ist schwierig. Einige Vertreter sind der Meinung, dass das biologische Altern nicht mit Krankheit gleichzusetzen ist. Andere hingegen vertreten die Hypothese, dass das zunehmende Alter für ein höhere Wahrscheinlichkeit zu erkranken (Morbidität) und zu sterben (Mortalität) sorgt und diese exponentiell ansteigt. Klar ist jedoch: Das Verhalten einer Person hat hohe Bedeutung für ihre Gesundheit! Dies gilt vor allem auch für die Lebensphasen im hohen Alter. Der individuelle Lebensstil und das allgemeine Gesundheitsverhalten haben immensen Einfluss auf die Beschleunigung oder Verlangsamung von Alterungsprozessen und die Bewältigung von Krankheiten. Sie sind die tragenden Säulen für die Länge und Qualität des Lebens. Neben Rauchen, Alkoholkonsum und Ernährung nimmt vor allem die körperliche Aktivität einen wichtigen Part bei den Verhaltensweisen ein und senkt somit hohe Risikofaktoren, die eine Vielzahl von Organfunktionen und -system beeinflussen können.  

Medizinisches Fitnesstraining als Lösung 

Neben der Entwicklungsdefizite von Kindern und Jugendlichen stehen wir vor allem vor großen Herausforderungen in einer alternden Gesellschaft mit mangelnder Bewegung. Die Anzahl von Zivilisationskrankheiten steigt durch die Inaktivität weiterhin an. Präventive und rehabilitative Maßnahmen müssen durch trainingstherapeutische Dienstleistungen in professionellen Einrichtungen mit hochwertigem Personal und medizinisch-zertifizierten Trainingsgeräten bestärkt und gefördert werden. Medizinisches Fitnesstraining in Gesundheitseinrichtungen bietet dem wachsenden, älteren Klientel die optimale Möglichkeit vorbeugend den Veränderungsprozessen des Alterns entgegenzuwirken und sie in der Bewältigung ihrer Erkrankungen zu unterstützen. 

 

Quellen 
https://www.haufe.de/sozialwesen/leistungen-sozialversicherung/statistik-zu-den-aktuellen-volkskrankheiten-veroeffentlicht_242_379856.html 
https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsGiD/2015/kurzfassung_gesundheit_in_deutschland.pdf?__blob=publicationFile 
https://www.diabetesde.org/system/files/documents/pm_gesundheitsbericht_2018_online_diabetesde.pdf 
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2019/krebs_in_deutschland_2019.pdf;jsessionid=0F0127A2B001F104E0DEB948EE6D8002.2_cid363?__blob=publicationFile 
https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Demografischer-Wandel/_inhalt.html 
Gesundheitsberichterstattung des Bundes (destatis.de) 
TK Bewegungsstudie 2016 https://www.tk.de/resource/blob/2033598/9f2d920e270b7034df3239cbf1c2a1eb/beweg-dich-deutschland-data.pdf 
https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/sitzen-ist-das-neue-rauchen-was-dabei-in-und-mit-ihrem-koerper-passiert_id_9391995.html 
https://www.uni-giessen.de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm99-20sportwaehrendderpandemieauswirkungen 
Mutz, M. & Gerke, M. (2020). Sport and exercise in times of self-quarantine: How Germans changed their behaviour at the beginning of the Covid-19 pandemic. International Review for the Sociology of Sport. Online veröffentlicht am 22. Juni 2020,
DOI: 10.1177/1012690220934335 
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